Mediation – Möglichkeit der einvernehmlichen Streitbeilegung

Der Regelfall, in der anwaltlichen Praxis bei Konflikten bzw. Streitigkeiten zu einem Ergebnis zu führen, wird meist darin bestehen, die Konflikte von einem neutralen Dritten, dem Richter, entscheiden zu lassen. Die meisten Konflikte münden daher in einem gerichtlichen Klageverfahren. Eine gütliche Regelung des Konfliktes kann dann meist nur noch in einem gerichtlichen Vergleich erfolgen.

Dieser kann aufgrund der zu beachtenden Rechtslage für beide Parteien unbefriedigend sein, genauso wie ein Urteil für eine der Parteien ganz sicher unbefriedigend sein wird.

Bei der Mediation handelt es sich hingegen um ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem die Parteien mit Hilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung eines Konfliktes anstreben.

Ziel ist es also für beide Parteien, eine befriedigende Lösung des Konfliktes zu finden und so eine sog. Win-win-Situation zu schaffen, die es beiden Parteien möglich macht, auch zukünftig wieder miteinander konfliktfrei umgehen zu können. Bei dieser einvernehmlichen Lösung ihres Konfliktes werden die Parteien vom Mediator unterstützt. Er ist ähnlich wie ein Richter absolut neutral. Im Gegensatz zu einem Richter hat er aber keinerlei Entscheidungskompetenz. Er kann den Parteien daher keine Lösung „aufzwingen“. Dies ist ein entscheidender Vorteil zu einem Gerichtsverfahren. Die Parteien entscheiden in jeder Phase der Mediation – mit Unterstützung des Mediators – selbst, wie sie ihren Konflikt lösen wollen. Das führt in der Regel für beide Seiten zu einem guten Ergebnis. Im Übrigen kann ein Mediationsverfahren leisten, was den Gerichten aufgrund der hohen Fallzahlen schon lange nicht mehr möglich ist. Eine schnelle und vergleichsweise kostengünstige Lösung des Konfliktes. Gleichzeitig erhält jede Partei ausreichend Zeit um Ihre Sicht der Dinge, losgelöst von einer rechtlichen Bewertung, darstellen zu können.

Die Vorteile eines Mediationsverfahrens liegen also auf der Hand. Dies gilt natürlich auch für Auseinandersetzungen im Arbeitsrecht. Aufgrund der dauerhaften Vertragsbeziehungen der Parteien sollte den Beteiligten eines Konfliktes daran gelegen sein diesen nicht streitig, sondern einvernehmlich zu lösen, um auch zukünftig ein konstruktives Zusammenarbeiten zu ermöglichen. Dies gilt sowohl für individualrechtliche, als auch kollektivrechtliche Konflikte. Zumindest die Möglichkeit der Durchführung eines Mediationsverfahrens sollte daher bei Streitigkeiten stets in Betracht gezogen werden.